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Mountainbike Park Pfälzerwald
 
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Tourtagebuch Transgermany Challenge 2008 - der Rennbericht

Andreas Lacroix und Matthias Dohn aus Weidenthal vertraten den Mountainbikepark Pfälzerwald bei der Transgermany Challenge 2008 www.bike-transgermany.de

Hier ihr Bericht:

Andreas und MatthiasZunächst noch mal "Vielen Dank" für die Unterstützung, fürs Daumendrücken und fürs Mitfiebern! Für uns Hobbyfahrer war es eine tolle Gelegenheit etwas "Profiluft" zu Schnuppern, da uns der Mountainbikepark Pfälzerwald und die Verbandsgemeinde Lambrecht ein Rundum-Sorglos-Paket zur Verfügung stellten. Vielen Dank Maria.

31.05.2008: Treffpunkt Erbach

Um 15.00 Uhr begann unsere Mission TG 2008. Direkt beim Einschreiben zeigte sich die professionelle Organisation mit reibungsfreiem Ablauf. Das Starterpaket beinhaltete eine große Reisetasche mit Startnummernfach, die für die kommende Woche unseren Hausstand beinhalten sollte.

Anschließend begannen wir eine kleine Erkundungstour durch die absolut sehenswerte Altstadt von Erbach. Verwinkelte Gassen, schmucke Kneipen und ein sonniger Marktplatz luden zur ersten Stärkung ein. Bei Kaffee, Kuchen und lecker Milchreis beobachteten wir das Geschehen im Startbereich.

Pünktlich um 18.00 Uhr begann der offizielle Teil in Form der Nudelparty. Pasta, Obst und Odenwälder Riwwelkuchen konnten überzeugen. Dazu gab's die Begrüßung durch Erbacher und hessische Staatsmänner und eine gelungene Trialshow mit Andi Kromer.

01.06.2008: Erbach 11.00 Uhr

ErbachStart zur TG 2008 und wir dank unserer Startnummer 23 im Block A. Da für Hessen keine Renngenehmigung vorlag, gab es eine neutralisierte Phase über 29 km bis zur bayerischen Grenze. Ohne Ausweiskontrolle, dafür frisch verpflegt ging es los über teils schöne Waldwege und Pfade, dazu sehr schnelle Schotterpisten. Mitten im Wald feuerten uns Zuschauergrüppchen an, die steilen Rampen doch fahrend zu bezwingen.

Die Etappe endete auf dem Frammersbacher Dorffest, das durchaus auch von älteren Semestern besucht wurde. Zitat. " Wir feiern viel in Frammersbach!". Durch den späten Start endete die Etappe für uns erst gegen 16.30 Uhr, da kamen die "Worschdeweck", Kuchen, Obst und Joghurt gerade recht. Da bereits um 18.00 Uhr die Nudeln serviert wurden, hatten wir 2 Hauptmahlzeiten in 2 h. Naja, Marathonrennen fordern eben den ganzen Sportler ;-)

03.06.2008: Bischofsheim

RoadbookDaß die Etappenführung leicht geändert werden musste und nun "nur" ca. 2500 Hm übrig blieben, störte am Start wohl niemand. Es geht wieder direkt zur Sache, ca. 400 Hm auf Asphalt und Schotterstraßen, dann eine sehr schnelle Streckenführung durch die Rhön mit tollen Ausblicken ins Umland.

Dabei auch eine Asphaltabfahrt mit deutlich über 70 Sachen. Durch freundliches Klingeling machten dabei die 3 Tandems auf sich aufmerksam und überholten uns. (Was rühren die Morgens in den Kaffee...?)

Der weitere Verlauf führt uns über längere Abschnitte des Rennsteigs. Dabei erweist sich der Anstieg zum Dolmar (728 m) als hammerhart. Besonders weil man zu Beginn eine endlose steile Gerade überblicken kann. Zum Glück war der weitere Anstieg noch nicht zu sehen, denn da wurde es richtig steil. Die letzten ca. 15 km der Etappe kannten auch überwiegend eine Richtung, bergauf. Matthias hatte prompt die Erklärung parat: Es heißt ja auch Oberhof, sonst müsste es Unterhof heißen.

04.06.2008: Oberhof 8.20 Uhr

Startaufstellung zur Königsetappe. 8.45 Uhr Gäsbockwetter (und nicht das diesjährige). Es hatte bereits nachts stark geregnet und wir befürchteten schlimmeres. Doch nach anfänglichem Geniesel zeigte sich der Rennsteig von seiner zahmen Seite. Über Asphalt, Schotter und Pfadabschnitte geht es zügig voran. Nach ca. 28 km durchquerten wir Neustadt, ok am Rennsteig, nicht an der Weinstrasse, aber immerhin. Heimatliche Gefühle kamen auch auf den sehr glitschigen Wurzeltrails im tiefen Wald auf.

Ab km 95 wurde noch mal richtig eingeschenkt. Die schärfsten 3 Anstiege versammelten sich also am Etappenende. Ein laaaanggezogener Zielspurt über mehrere km im roten Bereich sicherten uns eine Zeit unter 6 h. Hurra! Wir waren zufrieden.

Im sehenswerten Bad Stebener Kurhaus ging unser Tag bei wieder einmal hervorragendem Essen zur Neige. (Putengeschnetzel, Bolognese, Vegetarische Soße, Nudeln, Salat und 3 Sorten Mousse sprengen eigentlich die Bezeichnung Pastaparty) Noch eine Anmerkung zur Nahrungsaufnahme: ohne die Schöpfungsgeschichte anzweifeln zu wollen, zeigt die Nahrungsaufnahme an den Verpflegungsstellen doch starke evolutionäre Einflüsse.

05.06.2008: Bad Steben

Die Sonne strahlt bereits morgens mit den Teilnehmern um die Wette. Daß uns doch noch eine ordentliche Fangopackung erwartet wurde uns bereits im morgendlichen Briefing angekündigt. Nach kurzer Neutralisation ging's nahtlos ins Rennen durch den Frankenwald. Die Northshoretrails im Trailground Döbraberg haben wir im Renneifer übersehen, dafür fahren wir um die Bergwertung der bayerischen Staatsforste. Naja, nicht um den ersten Platz, eher um den Sonderpreis für das 100ste Team. Diesem doch eher langen Anstieg folgen heute zahllose kurze zum Beißen. Auch nasse Wurzelpassagen machen den Tag zu einer Herausforderung. Gegen 11.30 Uhr erreichten wir bei bestem Picknickwetter den landschaftlich reizvollen Untreusee. Kurze Gedanken an Erholung am Seeufer wischten wir aber rasch beiseite.

wieder zuhauseNachmittags wurde eine schnelle Schotterabfahrt durch extreme Spurrinnen urplötzlich anspruchsvoller als gedacht. Leider schied heute Carsten Bresser verletzt aus. Das Etappenziel Schöneck, der Balkon der Vogtlandes forderte nochmals ganzen Einsatz bergauf. Zur Linderung der Anstrengungen standen auch 90 min nach Ankunft der Profis noch zahlreiche junge Fans und Autogrammjäger im Zielbereich. Als weiteres Highlight erwartete uns noch eine Sesselbahnfahrt bergab zur Pastaparty.

06.06.2008: Schöneck

Die Sonne lacht (ja schon wieder) und mit dem allmorgendlichen "Highway to Hell" geht's heute über schnelle Wellen durch überwiegend hohen Fichtenwald. Nach der Großschanze der Vogtland Arena folgt bald ein schmaler Wurzeltrail entlang eines Floßgrabens. Die Meinungen über fahrbar und unfahrbar gehen etwas auseinander, somit kommt leider kein Fahrfluss zustande. Naja, glitschig war´s schon. Als weitere Sehenswürdigkeit wird heute die Staumauer bei Carlsfeld unter die Stollen genommen. Über teils schnelle Abschnitte durch eher unscheinbare Dörfer geht es weiter zum geografischen Höhepunkt der TG 2008, der 1215 m hohen Fichtelberg. Die rasante Abfahrt über einige Schotterserpentinen mit Tremalzofeeling und einigen ruppigen Abschnitten endet direkt im Zielbereich. Zum vorletzten Mal startet die Regeneration mit Wurst- und Käsebrötchen ein paar Meter hinter der Ziellinie.

07.06.2008: Oberwiesenthal.

trophaenTunnelblick! Erzgebirge! Streckenverlauf? Umgebung? Nicht jetzt, nach 1 h stehen trotz einiger böser Rampen bereits 26 km auf dem Tacho. Die Norgaard-Sisters wurden direkt zu Rennbeginn Pannenopfer, erst als wir nach 37 km zur ersten Verpflegung absteigen rauscht der dänische Geschwisterexpress vorbei. Ich gönne ihnen, daß sie gewinnen. Sehr sympathisch und immer lachend, hüpfend und tanzend machen sie die abendlichen Siegerehrungen zum Pflichtprogramm.

Weiter geht´s im ungebremsten Tempo auf überwiegend leichten Schotter- und Asphaltpassagen. Ab ca. km 65 wird auf die Strecke des Erzgebirgsbikemarathon (EBM) gewechselt und damit ist Schluss mit lustig. Der Untergrund wird ruppiger, die Steigungen steiler und gemeiner. Auch die Abfahrten halten ein paar technische Überraschungen bereit. Ca. 8 km vor dem Ziel ist ein Sektempfang aufgebaut. Übers Mikro wird mir verkündet, daß mein Trinkrucksack hier unnötig ist. Ich salutiere kurz und rausche ungebremst durch den aufgebauten Pavillon. Den Plan die letzte Etappe ruhig anzugehen hatten wir irgendwie mit dem Startschuss aus den Augen verloren. Der Schluss der Etappe war sehr CC-mäßig und tat richtig weh. Dann endlich das Ziel, wir bekommen die ersehnte Finishermedallie und einen Seiffener Finisher Fuchs aus Holz. Zur Abkühlung gibt's direkt ein ordentliche Gewitter mit kurzem aber umso heftigerem Regenschauer. Die Raserei heute wurde quasi doppelt belohnt, weil die letzten Abfahrten im Regen eher unangenehm zu fahren wären.

Schön war´s. Hart war´s. (13.06.2008)