MTB-Park - Idee und Entstehungsgeschichte
Es war einmal...
Fangen wir an, wie Geschichten anfangen sollen.
Es waren einmal engagierte Tourismusbeauftragte mit Ideen für eine
schöne, aber ein wenig vergessene Region. Es waren einmal ein paar
Bürgermeister, die mehr wollten, als immer dasselbe für immer dieselben
Besucher. Es waren einmal ein paar leidenschaftliche Biker mit
dem Traum von einem Wegenetz für ihren Sport.
Die Werbegemeinschaft Zentrum Pfälzerwald Touristik mit den Verbandsgemeinden
Kaiserslautern-Süd, Lambrecht, Rodalben und Waldfischbach-Burgalben sowie der
Verbandsgemeinde Hochspeyer beschlossen, dieses Projekt gemeinsam anzugehen
und beauftragten Waltraud Schneider vom Touristikbüro KL-Süd mit der Projektleitung.
Zunächst wurde
- die Landesforstverwaltung als Eigner des Biosphärenreservat Naturpark Pfälzerwald
um Unterstützung gebeten - die erfreulicherweise eine Zusammenarbeit signalisierte
- sowie die Universität Kaiserslautern – Fachbereiche Ökologische Planung bzw.
Regionalentwicklung und Raumordnung - um Untersuchungen gebeten hinsichtlich
der Umweltverträglichkeit als auch des Tourismuspotentials des Mountainbikesports
für die Region Zentrum Pfälzerwald.
Bei ernsthafter Auseinandersetzung mit möglichen Schäden fiel das Ergebnis
eindeutig zugunsten der Einrichtung eines Mountainbikeparks aus und prognostizierte
eine
Erhöhung der Attraktivität der Region und Steigerung des wirtschaftlichen Potentials.
Also wurde über LEADER+ bei der Europäische Union und dem rheinland-pfälzischen
Wirtschaftsministerium finanzielle Unterstützung zur Umsetzung des Vorhabens
beantragt, die auch positiv bescheinigt wurde mit der Auflage, zuvor die
erforderlichen Zustimmungen einzuholen. Bedeutet, einige notwendige Hürden
mussten überwunden
werden auf dem gelegentlich steinigen Weg zur Realisierung dieses Projekts.
Im Rahmen der Planung wurde ein Partner gesucht, der fachlich und
rechtlich in der
Lage war, die komplexen Anforderungen zu erfüllen, die die Realisierung
mit sich brachte. Mit bntc, einem Kompetenzteam von Fachleuten die zugleich
leidenschaftliche
Mountainbiker aus der Region sind, unter der Leitung des Architekten Roland
Matzig,
dem Streckenplaner und geprüften MTB-Tourenguide Stephan Wagner, dem Grafikdesigner
Christoph Riemeyer und der Webdesignerin Sabine Schön, wurde dieser Partner
gefunden. Ein erster Streckenplan wurde auf der Grundlage des durch die
beteiligten Forstämter abgestimmten Wegenetzes entworfen.
Damit fing die
Arbeit richtig an, galt es doch, nicht nur die Schönheit und Vielseitigkeit
der Wege zu betrachten, sondern eine Vielzahl von Vorschriften, Randbedingungen
wie Eigentumsrechte
oder Nutzungsvorgaben und – besonders wichtig - die Gegebenheiten der Naturschutzgebiete
und die strengen Regeln der nachhaltigen Bewirtschaftung in die Planung
mit einzubeziehen. Das erklärt auch die vielen Gesprächspartner, Gruppen
und Verbände,
mit denen einvernehmliche Lösungen gefunden werden mussten.
Erwähnt seien nur der Forst auf verschiedenen Entscheidungsebenen, obere
und untere Landespflege, alle regional zuständigen Naturschutzverbände,
die betroffenen Gemeinden, die Jagdpächter, der Pfälzerwaldverein und,
und, und...
Gutachten wurden erstellt zum Beispiel zum Vorkommen von Luchs
und Wildkatze in der Region.
Das Streckennetz wurde immer wieder überarbeitet, denn bei aller Vorsicht
gegenüber
der Natur sollte doch ein Wegenetz ausgezeichnet werden, das auch den anspruchsvollen
Fahrer begeistert.
Und schließlich konnte mit der Beschilderung begonnen werden, leider während
die Tage kürzer und kälter wurden, was besonders von Stephan Wagner, der
diesen Part übernahm, eine große Leistung war. Bei aller Zuversicht und
Leidenschaft, die die Beteiligten für das Projekt aufbrachten, gab es auch
unerfreuliche Begleiterscheinungen, z.B. den rasch einsetzenden und bisher
nicht zu verhindernden
Vandalismus mit
wiederholter Zerstörung oder Demontage der Beschilderung besonders an unübersichtlichen
Streckenabschnitten. Für die Ausführenden bedeutet das wesentlich mehr
Zeit- und materiellen Aufwand als vorgesehen.
Es waren also einmal viel
Engagement,
Energie, aber auch Wohlwollen und Unterstützung, auch eine großzügige
finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union und das Land
Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Wirtschaftsministerium, und
so konnte der Mountainbikepark
Pfälzerwald
realisiert werden. An dieser Stelle danken wir allen Beteiligten,
die dazu beigetragen haben, noch einmal sehr herzlich.
Aber unsere
Geschichte ist
noch lange nicht
zu Ende.
Was wäre ein Mountainbikepark ohne einen Übungsparcours, ohne
Veranstaltungen und ständige Pflege und Überarbeitung.
Und der Pfälzerwald ist groß, nur ein winziges Gebiet umfasst
das derzeitige Wegenetz, ein Pilotprojekt, das ein Anfang sein
sollte.
Und wieder bleibt
viel Platz für Träume. Visionäre sehen das jetzige Streckennetz
schon verbunden mit den Wegen der südlicher gelegenen Vogesen.
Die Aussichten sind genau so schön
wie die vorhandenen Wege.
Kreative Anregungen im Gästebuch sind willkommen.